3. Sep. 2026
Drei Gemeinschaftsgärten, fünf essbare Bildungsorte und zahlreiche gemeinsame Pflanz- und Praxistage: Das LEADER-Projekt „Essbare Region“ hat nachhaltigen Obst- und Gemüseanbau unmittelbar erlebbar gemacht. Entstanden sind lebendige Orte, an denen Kinder und Erwachsene gemeinsam lernen, Verantwortung übernehmen und regionales Wissen weitergeben.

Kinder pflanzen Beerensträucher, Eltern errichten gemeinsam Hochbeete und in Gemeinschaftsgärten wird Wissen über Anbau, Verarbeitung und Lagerung weitergegeben: Das LEADER-Projekt „Essbare Region“ hat an mehreren Orten sichtbare und langfristig nutzbare Spuren hinterlassen.
Drei Gemeinschaftsgärten, fünf essbare Bildungsorte und zahlreiche Pflanz- und Praxistage wurden im Projekt unterstützt. So entstanden in fünf Gemeinden neue Orte des Lernens, der Begegnung und des gemeinschaftlichen Handelns.
Von einer lokalen Idee zum regionalen Projekt
Ausgangspunkt waren die langjährigen Erfahrungen der „Essbaren Gemeinde Kremsmünster“. Dort bewirtschaften seit vielen Jahren zahlreiche Menschen gemeinsam Gärten. Auch Streuobstwiesen, Beerensträucher und Gemüsebeete in den Kindergärten gehören zur Initiative.
Mit dem Projekt „Essbare Region“ griff die LEADER-Region Traunviertler Alpenvorland diese Erfahrungen auf und übertrug sie auf weitere Gemeinden. Gemeinsam mit Projektleiter Christian Kiennast, der Gärtnerei Schützenhofer und engagierten Partner vor Ort wurden neue Garteninitiativen aufgebaut und bestehende weiterentwickelt.
Neben der praktischen Umsetzung standen die fachliche Begleitung, die Organisation der Gruppen und die Weitergabe von Wissen im Mittelpunkt.
Drei Gemeinschaftsgärten und fünf Bildungsorte
In Pettenbach und Wartberg wurden Gemeinschaftsgärten aufgebaut und begleitet. Der bestehende Gemeinschaftsgarten Öllinger in Kremsmünster wurde um einen vielfältigen Beerengarten erweitert. Neben Ribiseln, Jostabeeren und Wein wurden dort auch weniger verbreitete Pflanzen wie Kiwi, Maulbeere und Mandelbaum gesetzt.
Neue essbare Lernräume entstanden außerdem im Kindergarten Rohr, im Hofwiesekindergarten Kremsmünster, im Zentrumskindergarten und im Kindergarten Naturwerkstatt in Schlierbach sowie in der Freien Schule Pettenbach.
Drei Beispiele zeigen die Vielfalt der Umsetzungen:
Im Hofwiesekindergarten Kremsmünster wurde neben einem Beerengarten eine Apfelhecke mit zehn unterschiedlichen Sorten gepflanzt. Sie dient als Sichtschutz und vermittelt zugleich die Vielfalt heimischer Obstsorten.
In der Freien Schule Pettenbach entstand nach den Plänen der Kinder ein Hochbeet. Ergänzt wurde der Garten durch Beerensträucher, Obstbäume und eine Apfelhecke.
Im Zentrumskindergarten Schlierbach beteiligten sich mehr als 100 Eltern an der Projektvorstellung.
Auch regionale Unternehmen leisteten Beiträge: So stellte die Firma Dickbauer das Holz für drei Hochbeete im Kindergarten Naturwerkstatt Schlierbach zur Verfügung.
Lernen durch gemeinsames Tun
Die entstandenen Gärten sind mehr als bepflanzte Flächen. Sie sind Lernorte, an denen Kinder und Erwachsene erfahren, wann heimische Früchte reif sind, welche Pflanzen sich gegenseitig unterstützen und wie Böden langfristig gesund und fruchtbar bleiben.
Bei Informationsveranstaltungen, Pflanztagen und Workshops vermittelte Bernadette Schützenhofer praktisches Wissen zu Mischkultur, Fruchtfolge, Bodenaufbau, Mulchen, Ernte und Verarbeitung.
Im Projektverlauf verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf Workshops direkt in den neu entstandenen Gärten. Dort konnten konkrete Fragen unmittelbar geklärt und das vermittelte Wissen gleich praktisch angewendet werden.
LEADER verbindet Erfahrung, Fachwissen und Engagement
LEADER ermöglichte es, die Erfahrungen aus Kremsmünster auf weitere Gemeinden zu übertragen, regionale Partner zu vernetzen und aus ersten Ideen konkrete Umsetzungen zu entwickeln. Gemeinden und Bildungseinrichtungen erhielten Unterstützung bei der Planung, beim Aufbau der Gärten und bei der Entwicklung tragfähiger Strukturen.
Entscheidend für den Erfolg waren zugleich die vielen Menschen, die sich vor Ort beteiligten: Kinder, Eltern, Pädagogen, Garteninteressierte, Gemeinden, Grundeigentümer und regionale Betriebe. Erst durch ihr gemeinsames Engagement wurden aus Pflanzplänen lebendige Lern- und Begegnungsorte.
Die Gärten wachsen weiter
Mit dem Projektabschluss endet die Entwicklung der Gärten nicht. Die beteiligten Gruppen und Bildungseinrichtungen führen die geschaffenen Strukturen weiter und können dabei auf dem gemeinsam erworbenen Wissen aufbauen.
Die gepflanzten Bäume und Sträucher werden mit jedem Jahr größer. Mit ihnen wächst auch das Wissen über regionale Lebensmittel, nachhaltigen Anbau und einen verantwortungsvollen Umgang mit Boden und Natur – und wird an die nächste Generation weitergegeben.
Das Projekt wurde mit Unterstützung von Bund, Land Oberösterreich und Europäischer Union umgesetzt.
