Pfarrhofstraße 1, 4596 Steinbach a. d. St. |   +43 (0)681 2060 5176 |   office@leader-alpenvorland.at
Login
  • Leader Region Traunviertler Alpenvorland - 2014-2020
  • Leader Region Traunviertler Alpenvorland - 2014-2020
  • Leader Region Traunviertler Alpenvorland - 2014-2020
  • Leader Region Traunviertler Alpenvorland - 2014-2020

Almtalbahn

Ausgangssituation

Die Almtalbahn ist eine 43 km lange Eisenbahnstrecke, die Wels-Sattledt-Grünau miteinander verbindet. Sie führt von der Stadt Wels aus dem Trauntal in südlicher Richtung über Sattledt und Pettenbach ins Almtal, bis der Endpunkt in Grünau am Nordrand des Toten Gebirges erreicht wird. Dabei durchfährt die Bahn die Bezirke Wels-Land, Kirchdorf an der Krems und Gmunden. Das Einzugsgebiet umfasst etwa 100.000 Menschen. Die Almtalbahn befördert derzeit durchschnittlich 1.200 Personen pro Tag, vor allem SchülerInnen, PendlerInnen, sozial schwächere Personen und TagestouristInnen.

Der Verkehrsdienstvertrag zwischen dem Betreiber ÖBB und dem Land Oberösterreich läuft im Jahr 2019 aus. 116 Jahre nach Betriebsbeginn bedarf es einer Attraktivierung und Modernisierung der Streckeninfrastruktur, damit ein fortführender Betrieb der Bahn durch alternative Betreiber möglich wird. Dabei geht es hauptsächlich darum, wodurch eine Attraktivitätssteigerung bewirkt und wie die nötige Sanierung/Modernisierung finanziert werden kann. Bei näherer Betrachtung liegen das Potential und die Chancen der Bahn auf der Hand und obwohl der Fortbestand der Bahn von der Bevölkerung, den Anliegergemeinden, den Tourismusorganisationen, den Betrieben, den Bildungseinrichtungen, etc. eindeutig gewünscht wird, ist die Zukunft der Almtalbahn ungewiss.

Projektbeschreibung

Mobilität bzw. die Teilnahme am Verkehr wird wie Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Erholung und Teilhabe an der Gemeinschaft zu den Daseinsgrundfunktionen gerechnet. Um Bedürfnisse wie Bildung oder Freizeitgestaltung zu erfüllen sind Menschen mobil - auch die Almtalbahn ist ein wichtiger Nahmobilitätsversorger: Als umweltfreundlicher Zubringer für SchülerInnen, Lehrlinge, PendlerInnen, sowie für Ausflugsgäste zu beliebten Ausflugsgebieten in Oberösterreich. Die Almtalbahn schafft so wichtige Standortvorteile für Handel, Dienstleistung und Tourismus. Sie leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen, nicht motorisierten Mobilitätsform. 

Fakt ist, dass das Potential der Almtalbahn bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Im vorliegenden LEADER-Projekt soll deshalb ein Konzept zur Attraktivierung und Modernisierung der Almtalbahn erstellt werden.

Die Attraktivierungsmaßnahmen reichen von verbesserten Informations- und Kartenverkaufssystemen (bedienungsfreundlichere Automaten, Infomonitore über nächste Verbindungen,…) über touristische Leitsysteme (Lageplan, Wanderwege, Radwege,…), bis hin zum Adaptieren und Modernisieren bestehender Bahnhofsgebäude und Haltestellen (Warteräume, Unterstände, Toiletten, Geschäftsansiedelungen, Servicestellen, …) und Reparaturen von Langsamfahrstellen. Das sind zusammenfassend nur einige der Möglichkeiten, die bereits bei einem ersten InteressentInnen-Treffen gesammelt wurden.

Regionalbahnen können als Rückgrat der nachhaltigen Mobilität in den Regionen gesehen werden. Entscheidend ist hier eine Integration in einen Taktfahrplan und die optimale Vernetzung der Bahnen mit regionalen Buslinien, die Erreichbarkeit des Bahnhofs zu Fuß und mit dem Fahrrad, sowie die Möglichkeit von Leihrädern, Taxi-Lösungen und die Verknüpfung mit E-Mobilität.

Das Bewusstsein über die Qualität der regionalen Mobilität kann durch dieses Projekt in den Regionen geschaffen werden. Über Siedlungsentwicklungen kann der öffentliche Verkehr begünstigt werden. Genauso kann über die Schaffung und den Erhalt des Güterverkehrs auf Regionalbahnen die Sicherung lokaler produzierender Betriebe erreicht werden.

Das zu erarbeitende Konzept soll folglich breit aufgestellt sein und neben Umwelt und Verkehr möglichst viele Lebensbereiche und Themen umfassen:

  • Wie können KundInnen und Gemeinden von der Almtalbahn bestmöglich profitieren?
  • Was braucht es, um gute Verknüpfungen zwischen Bahn, Bahnhof und Umfeld zu realisieren?
  • Welche Potentiale sind bereits vorhanden und wie können diese optimal und effizient weiterhin genutzt und zukunftsfähig weiterentwickelt werden?
  • Wie gelingt es, die Regionalbahn als Impulsgeberin für Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung - Raumplanung auf Schiene zu bringen?
  • Welche neuesten Trends im Mobilitätsverhalten beeinflussen die Bahn und den damit verbundenen Nahverkehr?

Diese und weitere Fragen sollen als Zukunftsideen für die Almtalbahn in das Konzept „Zukunftsfahrplan Almtalbahn“ miteinfließen.

Ziele des Projektes

  • Chancen und Potentiale der Almtalbahn deutlich aufzeigen und zusammenführen(umsetzbare und praxistaugliche) Zukunftsideen für den Fortbestand der Almtalbahn erarbeiten
  • Nachhaltige Mobilitätsformen in der Region forcieren
  • Der Abwanderung aus ländlichen Regionen entgegen wirken – den ländlichen Raum stärken
  • Auf mögliche HauptnutzerInnen (Schüler und Jugendliche, PendlerInnen, Frauen, SeniorInnen, Menschen ohne Führerschein, TouristInnen, …) eingehen
  • Die Beziehung von Stadt und Umland stärken (zB. Stadt Wels und Almtal) und einer weiteren Schwächung des ländlichen Raumes entgegen wirken

Maßnahmen zur Zielerreichung

  • Implementierung einer Arbeitsgruppe für die Projektumsetzung
  • Durchführung von Recherchen, Exkursionen zu gelungenen Bahnprojekten, etc.
  • Beauftragung eines/einer Werkvertragsnehmers/in mit der Begleitung des Prozesses, der Aufbereitung der Recherchen und der Erstellung des Konzeptes
  • Aufbau von Kontakten für die erfolgreiche Implementierung und Veröffentlichung des Konzeptes

 

Copyright - Foto: Tourismusverband Traunsee-Almtal, Foto Ebner

 

Zurück zur Übersicht